Sommerzeit

Schlaflose Nächte, Vertigo, Dauerkopfschmerz, anhaltende Müdigkeit, Atemnot wenn ich nur ein paar Stiegen steige (und es gibt hier sehr viele Stiegen zu steigen. Der Weg zum Mittagessen verbraucht gefühltermaßen mehr Kalorien, als ich dort aufnehmen kann), das alles sind verlässliche Begleiter in den ersten Tagen. Der Jetlag, die Höhe, die Kälte, die niedrige Luftfeuchtigkeit und der Sauerstoffmangel, ich muss mich an all das erst einmal gewöhnen. Einige Dinge davon werden mit der Zeit besser, andere bleiben. Meine Sauerstoffsättigung fand sich zum Beispiel die ersten paar Tage bei 64% wieder, was sich erstaunlich gut kompensieren lässt. Inzwischen ist sie deutlich höher, aber im Gym geht mir trotzdem die Luft aus, bevor meine Muskeln müde werden. Wir sind hier zwar auf 3233m Seehöhe, durch die Höhe der Troposphäre am Pol fühlt es sich aber an wie auf ca. 3800m.

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24h Sonne: Concordia im Sommer; Foto C.Possnig, ©ESA/IPEV

Concordia besteht aus 2 Türmen, die mittels einer Brücke verbunden sind. An der einen Seite das Batiment calme (ruhiger Turm), an der anderen das Batiment bruyant (lauter Turm). Den Haupteingang erreicht man über eine Treppe die in der Brücke endet.

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Lauter und Ruhiger Turm, Credits ©IPEV

Im ersten Stock des Batiment calme befindet sich das Krankenhaus, das Magazin mit technischem Equipment, das Telefon und das Schlafzimmer von Arzt und Techniker-Chef. Im Stock darüber sind unsere 16 Schlafzimmer, 2 Bäder und 3 Toiletten, darüber, im 3. Stock, liegen die Labore (Glaziologie, Meterologie, Astronomie, ESA), das Stationleaderbüro, der Radioroom, diverse Storagerooms und (während des Winters) der Skype-Raum.

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das ESA Labor – links im Bild ein Teller mit Focaccia, die Marco, unser Koch, in Sorge um unsre Glucosewerte regelmäßig verteilt; Foto C. Possnig, ©ESA/IPEV

Im Batiment bryuant ist im ersten Stock das Büro der Techniker, der Workshop (eine Werkstatt für alle), der Abfallraum mit dem Digester, der Waschraum und der Eingang zur Centrale mit den Generatoren und dem GWTU (dem Wasserrecyclingsystem). Im 2. Stock ist unser Gym, klein aber mit allem, was man braucht um fit zu bleiben, unser Video room (wo wir Filme kinoartig an die Wand projezieren, andererseits nutzen wir ihn als Yogaraum und Musikraum – diverse Gitarren, eine E-Geige, ein E-Bass, ein Akkordeon, eine Ukulele und mein Stagepiano sind dort zuhause), und die 3 Storage rooms fürs Essen (+15°C, +4°C und -20°C).

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unser gut bestückter und (von einigen) viel besuchter Gym, Foto C.Possnig ©ESA/IPEV

Eine weitere Stiege führt in den 3. Stock, dort sind die Küche, das Wohnzimmer und das Esszimmer, inklusive Billardtisch, Pingpongtisch, Tischfußball und Bibliothek.

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Wohnzimmer mit Bibliothek, teilweise mit Midwinter Dekos, Foto C.Possnig ©ESA/IPEV

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